Die Erwachsenen trauern leise um sich selbst, weil sie statt etwas anderem Wut geworden sind. Sie verstehen nicht traurig zu sein oder Angst zu haben. Sie sind kraftvoll und übergeordnet, wie Momo´s graue Männer. Die schlafen nicht.

Die beste Jahreszeit um das Denken atmen zu lassen, Stunden verloren in Gedanken und außerhalb von Raum und Zeit zu verbringen, mit stiller, heimeliger Müdigkeit den Trott blasser und lose hängender Gedankenexzerpte zu zu lassen, ist der immer kälter werdende Herbst. Wenn das schlechte Gewissen nicht mehr quält, bei schönem Wetter zu Hause zu hocken und in den Fernseher zu starren, wenn es früh dunkel ist und man aus dem Fenster schaut, um sich wieder zu verlieren. Man denkt an die Menschen und deren Gebärden, deren Verhalten und denkt an sie, wie sie in der Kälte stehen und plötzlich diesen Blick bekommen, den man nur wenn es kalt ist bekommt. Da wird einem die wesenszügige Traurigkeit bewusst, das Sentimentale und die fast schon rührende Unbeholfenheit, die so einer verlorenen Seele tief zu Grunde liegt, wenn man sie so ansieht, selbst gefangen in der Einsamkeit, der man in jedem Moment versucht zu entrinnen. Man beginnt sich in der Schläfrigkeit, der Stille, als ob alles um Ruhe bitten würde, zu erkennen, man wird ganz ruhig. Ich sehe die Welt von außen, ich sehe sie mir an, sehe sie in Bewegung.

Leise trauern die Erwachsenen um sich selbst. Sie sind Wut anstatt etwas anderem geworden, weil sie es nicht verstehen traurig zu sein oder Angst zu haben. Wie Momo´s graue Männer.

Die Traurigkeit ist nach langer Durststrecke wiedergekehrt, um sie außerhalb von Raum und Zeit zu verbringen. Mit stiller, heimeliger Müdigkeit verfolgen wir den Trott blasser und lose hängender Gedankenexzerpte, in einem immer kälter werdenden Herbst. Wenn es früh dunkel ist und man aus dem Fenster schaut, um sich wieder zu verlieren, nachdem man sich zwanghaft selbst gefunden hatte. Man denkt an die Menschen und deren Gebärden, deren Verhalten und denkt an sie, wie sie in der Kälte stehen und alle diesen Blick haben. Sie bekommen ihn wenn es kalt ist. Da wird einem die wesenszügige Traurigkeit bewusst, das Sentimentale, die fast schon rührende Unbeholfenheit, die so einer verlorenen Seele tief zu Grunde liegt, wenn man sie so ansieht, selbst gefangen in der Einsamkeit, der man in jedem Moment versucht zu entrinnen. Man erinnert sich an sie. Und so schrumpfen alle wieder zu Kindern und so laufen wir auch das ganze Jahr über umher, wie Kinder, die es nicht besser wissen als traurig zu sein. Denn nichts anderes ist der Mensch, als eine Seele, die ab und zu um Hilfe bittet.

Sie trauern laut um sich selbst, da sie Hass geworden sind, sie ziehen das Grau den Seelen über, weil sie nicht verstehen zu fürchten oder um Trost zu fragen.

2003